Zeitwertkonten bei AUMA

Bei der Frage, wie man die richtigen Talente langfristig für das Unternehmen gewinnen kann, rücken Zeitwertkonten wieder verstärkt in den Fokus.

Mit diesem Angebot können Unternehmen dem Wunsch nach flexibleren Arbeitszeitgestaltungen nachkommen. Es handelt sich im Kern um ein strategisches Personalinstrument, das bei richtiger Anwendung zu einem Benefit wird. Im Gegensatz zur betrieblichen Altersversorgung bietet das Zeitwertkonto einen rechtlichen Rahmen, der relativ weit gefasst ist und verschiedene Regelungen ermöglicht.

Wir beobachten, dass Zeitwertkonten ein Instrument im Wettbewerb um Fachkräfte sind. Wenn direkte Konkurrenzunternehmen diese Option anbieten, werden sie als geeignetes Mittel betrachtet, um Mitarbeitende an sich zu binden. 

Einen Einblick in die betriebliche Praxis im Unternehmen gibt uns unsere Interview-Partnerin, sie berichtet über ihre langjährigen Erfahrungen, die sie mit Zeitkonten machen konnte. Das Interview führte Dr. Markus Nitsche, Geschäftsführer bei Allianz Pension Partners, im Rahmen des gemeinsamen Live-Webinars.

Dr. Markus Nitsche: Frau Hellinger-Ott, warum haben Sie sich damals für das Zeitwertkonto entschieden? Was waren die Beweggründe? 

Alina Hellinger-Ott: Ein wichtiges Thema, mit dem wir uns in der Personalabteilung beschäftigen, ist die Flexibilisierung der Lebensarbeitszeit. Aufgrund des demografischen Wandels müssen die Menschen in der Regel länger arbeiten als früher. Es gibt verschiedene Phasen im Leben, wie zum Beispiel die Familienplanung, die Pflege von Angehörigen oder die eigene Gesundheit. Um auf diese Phasen flexibel reagieren zu können, bieten wir das Zeitwertkonto an. Bei AUMA können auch Resturlaubstage in das Zeitwertkonto eingebracht werden, eine Lösung, nach der wir lange gesucht haben.

Dr. Markus Nitsche: Wie sind Sie damals vorgegangen?

Alina Hellinger-Ott: Bei der Einführung des Zeitwertkontos haben wir überlegt, mit welchem Partner wir zusammenarbeiten möchten. Dabei sind wir auf Allianz Pension Partners gestoßen, die über viel Erfahrung in diesem Bereich verfügen.

Es gab drei große Projektphasen. Zuerst haben wir überlegt, wie wir das Zeitwertkonto gestalten wollen, welche Einsparungen möglich sind und wie die Freistellungsphase aussieht. Wir haben uns überlegt, was zu unserem Unternehmen passt und welche Möglichkeiten wir anbieten wollen. Im zweiten Workshop ging es um die Anlage und das Produkt, also was dahintersteckt. In der dritten Phase ging es um die arbeitsrechtliche Ausgestaltung. Das Ganze wurde in eine Betriebsvereinbarung gegossen und wir haben uns überlegt, wie wir das formulieren und gestalten wollen. Dieser Prozess hat etwa zwei Jahre gedauert und uns intensiv beschäftigt.

Dr. Markus Nitsche: Und wie war die Einführung in Ihrem Unternehmen, wie hat das funktioniert?

Alina Hellinger-Ott: Wir haben einen begleitenden Flyer erstellt, um das Thema anschaulich darzustellen. Die Betriebsvereinbarung wurde eher technisch formuliert, um rechtssicher zu sein.

Wir haben Informationsveranstaltungen durchgeführt, um Fragen in größeren und kleineren Gruppen zu beantworten. Zusätzlich wurden Einzelberatungen durchgeführt. Die Kommunikation erfolgte auch über unser Intranet, wo die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Informationen nachlesen konnten. Auf diese Weise haben wir die Kommunikation strukturiert.

Dr. Markus Nitsche: Wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter ein Sabbatical nimmt, entsteht natürlich eine Lücke im Unternehmen.  Wie wird dies in Ihrem Unternehmen gehandhabt und welche Maßnahmen werden ergriffen, um diese Situation zu bewältigen?

Alina Hellinger-Ott: Wir haben beschlossen, dass zunächst ein Antrag auf Freistellung gestellt werden muss. Wir haben für den Antrag eine Frist von sechs Monaten festgelegt, um beiden Seiten genügend Vorbereitungszeit zu geben. Wichtig ist, dass wir uns als Arbeitgeber das Recht vorbehalten, einen Antrag aus betrieblichen Gründen abzulehnen, wenn es im Moment nicht in den Betriebsablauf passt. Gemeinsam sollte dann eine passende Lösung gefunden werden. Kommunikation spielt hier eine entscheidende Rolle.

Dr. Markus Nitsche: Jetzt gibt es ja bei AUMA nicht nur ein Zeitwertkonto, sondern es gibt auch ein für die betriebliche Altersvorsorge attraktives Matching-Modell. Was waren die Gründe dafür?

Alina Hellinger-Ott: Der Auslöser für die Einführung der betrieblichen Altersvorsorge war die Reform des Betriebsrentenstärkungsgesetzes im Jahr 2018. Wir wollten die Altersvorsorge attraktiver machen und den Mitarbeitern einen Mehrwert bieten. Wir haben den Markt sondiert und haben uns erneut für die Allianz entschieden, mit der wir dann das Matching-Modell eingeführt haben.

Dr. Markus Nitsche: Wie hängen die beiden Themen zusammen?

Alina Hellinger-Ott: Es besteht mittelbar ein Zusammenhang, wenn man die Lebensarbeitszeit betrachtet. Das Zeitwertkonto wird in der Regel während des laufenden Arbeitsverhältnisses genutzt, entweder für eine persönliche Freistellung oder um früher in Rente zu gehen ohne Abschläge hinnehmen zu müssen – Ergänzend kann die betriebliche Altersvorsorge, in unserem Fall die AUMA Rente, genutzt werden, um sich eine finanzielle Unterstützung im Rentenalter aufzubauen. Die beiden Modelle passen also gut zusammen und können im Gesamtkontext gemeinsam kommuniziert werden.

 

Noch weitere Informationen gefällig? Dann schauen Sie rein in die Aufzeichnung unseres Live-Webinars vom 25.10.2023 mit Alina Hellinger-Ott.

"Die schlaue Art sich Zeit zu nehmen! Zeitwertkonten in der betrieblichen Praxis"